Was für ein Auftakt nach Maß für
den Tabellenführer, denn gleich der erste Angriff über
die linke Seite durch Bastian Düsel auf Goalgetter Lars
Scheler brachte das 0:1, als der Huter den Ball aus
sechs Metern nur noch einschieben musste. Und nur wenig
später fast das zweite Gästetor. Florian Heß tauchte
urplötzlich sechs Meter vor dem Heimkasten auf,
scheiterte aber am reaktionsschnellen Heimtorhüter
Oliver Schellenberg, der die Handschuhe noch dazwischen
brachte und das 0:2 vereitelte. Die Gastgeber, die wie
schon von ihrem Trainer angekündigt, erstmal hinten drin
standen, um so die Räume sehr eng zu machen. Aber die
Gäste wussten, um was es geht, denn sie legten ein
schnelles Tempo vor und versuchten mit schnellem
Pass-Spiel Druck auf das Heimtor auszuüben. Immer und
immer wieder kamen sie gefährlich über die Flügel in
Strafraumnähe und wollten so früh wie möglich für klare
Verhältnisse sorgen. Sehenswert auf der linken Außenbahn
die Spurts des jungen Huter Christopher Schmitt, der
kaum zu bremsen war und einige Vorlagen in die Mitte auf
Torjäger Lars Scheler und Tobias Reistel gab, die aber
an der vielbeinigen Defensive um Libero Detlef Meißner
vorerst scheiterten. Doch die Gastgeber waren nicht
ungefährlich und suchten ihr Heil durch ihre einzige
Sturmspitze Dirk Kempf. Er war es auch, der durch einen
raffinierten Pass von Kolja Wunsch auf die linke Seite
die Chance zum Ausgleich hatte, als er sofort mit einem
Heber über den doch etwas zu weit vorm Tor weilenden
Gästeschlussmann Alexander Gubesch Pech hatte, als das
Leder vom Querbalken ins Feld zurücksprang. Dann ging es
wieder in Richtung Heimtor. Als nächstes bleute Florian
Heß einen Freistoß in die Weidacher Mauer, dann
probierte es Gerhard Reiter aus 28 Metern mit einem
angeschnittenen Ball, den der Heimkeeper Oliver
Schellenberg im zweiten Nachfassen unter sich begrub.
Jetzt hatten die Gäste Chancen im Minutentakt und es war
nur eine Frage der Zeit, wann Tore fallen. Auf rechts
setzte sich Tobias Düsel durch, doch seine gutgetimte
Flanke auf den Kopf von Capitano Roberto Rivera ging
über den Kasten des Weidacher Tores. Die Platzherren
praktizierten ein Catenaccio-System, das hieß, dass zehn
Mann sich um den eigenen Sechzehner versammelten, um den
Gästeangreifern das Leben so schwer wie möglich zu
machen. Vereinzelt versuchten die Jungs vom Wasserturm
mit gelegentlichen Kontern über rechts durch Andre
Krauß, der kurze Zeit später verletzt ausschied und über
links durch Dirk Kempf zu Torchcancen zu kommen.
SV-Mittekfeldakteur Timo Ruggaber ließ einige Male durch
Solis sein Können aufblitzen, aber er sah sich doch mehr
und mehr mit Abwehraufgaben beschäftigt. Jetzt erhöhten
die Huter nochmals das Tempo und versuchten mit
Forchecking frühzeitig die Gastgeber zu Ballverlusten zu
zwingen. Schon am eigenen Sechzehner hatten die
Weidacher Probleme ein geordnetetes Spiel aufzuziehen,
da die Gäste schneller und spritziger wirkten. Pech für
Hut, als Bastian Düsel aus 28 Metern halblinker Position
mit einem fulminanten Kracher nur die Latte des
Weidacher Tores traf. Und kurz vor der Pause probierte
es der unermüdlich kämpfende 40-jährige Michael Wittmann
aus 35 Metern, aber sein Geschoss boxte der Heimkeeper
Oliver Schellenberg noch aus dem Eck. Dann war
Gelegenheit sich zu erfrischen.
Die zweite Hälfte begann wie die Erste endete.
Weidach war auf Torsicherung bedacht und ging
weiterhin kein Risiko ein. Einzig allein Dirk Kempf
stand auf weiter Flur und versuchte sein Glück.
Heimtorhüter Oliver Schellenberg konnte sich über
mangelnde Beschäftigung nicht beklagen. Er zeigte
seine Klasse, als er nach einem Eckball der Huter
von rechts den direkt genommenen Ball aus der Luft
von Stürmer Tobias Reistel aus 23 Metern mit einer
Glanzparade zur Ecke abwehrte. Diese, von Bastian
Düsel getreten, konnte Robero Rivera per Kopf wieder
nicht unterbringen. Jetzt verflachte die Partie
etwas, die Gäste schalteten einen Gang zurück, auch
weil sie merkten, dass von den Blauen keine
allzugroße Gefahr ausging. Die Vorentscheidung eine
Viertelstunde vor Schluss. Bastian Düsel knallte
unbedrängt die Kugel vom rechten Starfraumeck direkt
in den Winkel des Weidacher Tores und sorgte bei den
zahlreichen Gästeanhängern für Jubel und Trubel. Die
Anfeuerungen der mit Feuersirene, Druckluft-Fanfaren
und Rasseln und Träten ausgerüsteten Fans wurden
noch lauter, da die Meisterschaft zum Greifen nah
war. Und keine zwei Minuten später die endgültige
Entscheidung für die Gäste. Wer anders sonst als ihr
Goalgetter Lars Scheler, der nach sehenswertem
Doppelpass mit Florian Heß keine Mühe hatte aus
naher Distanz das 0:3 zu erzielen (77.). Die Partie
war entschieden und plätscherte nun dahin, die einen
wollten, die anderen konnten nicht, so das Bild von
außen. Die Gäste brachten nochmals zwei
Einwechslungen, Tobias Lesch und Martin Kwiczala
durften sich in den verbleibenden Minuten nochmals
mitfreuen, denn die Vorbereitungen der Gästefans für
die anstehende Meisterfeier lief in vollem Gange.
Der gutleitende Referee pfiff pünktlich ab, ein in
rot-gefärbtes Menschenmeer stürmte auf den Platz,
die Feierlichkeiten konnten beginnen.
Nichts anbrennen ließen die
Huter und machten mit diesem Dreier ihre
Meisterschaft perfekt. Die ersatzgeschwächten
Gastgeber kämpften zwar, standen aber von Beginn an
auf verlorenem Posten und dürften es im letzten
Spiel schwer haben, den Klassenerhalt noch zu
schaffen. Hut ist ein würdiger und verdienter
Meister und konnte seinen langen Wunsch endlich nach
ungefähr 20 Jahren wieder in die höchste Liga des
Kreises aufzusteigen wahrmachen. Glückwunsch auch
vom internet-portal anpfiff für diese grandiose
Leistung.